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Die Pumpe die nicht dicht hielt

Es wart an einem schönen Sonntag Mittag an dem ich beschloss mich mit großer Euphorie mal wieder unter das britische Getier zu werfen. Ein kleiner Routinecheck sozusagen; nichts besonderes also. Das blieb er auch, bis mein Blick an einem Rinnsal hängen blieb. Kein Öl wie vielleicht manche nun gleich vermuten würden. Man fährt zwar eine Serie und die dröppelt auch langsam aber sicher die Einfahrt zu - in diesem Fall aber fand ich die Quelle zu reinem Diesel. Nicht aus der Erde sprudelte der mittlerweile auch nicht mehr so kostengünstige Kraftstoff sondern aus der - na, wer errät es?
Der Diesel quillt in kleinen Mengen aus dem heiligen Dieselkraftwerk der Maschine...
Das darf eigentlich nicht wahr sein. Da hat man schon zwei Diesel in der Garage stehen an denen auch zwei Einspritzpumpen hängen und dann wird eine nach der anderen undicht. Da ich erst vor kurzem das Lenkrelais gewechselt hatte, war es (mal wieder) nicht schwer das Kühlerschott samt Kühler auszubauen. Das ist mittlerweile Routine... Ich gehe gehe eine Wette ein, dass ich den Weltmeistertitel im Seriekühlerschottausbau beim Serie-Landy locker gewinnen könnte. Praktisch dabei ist, dass alle Schrauben gängig sind und daher geht das mit einem saftigem Spruch auf den Lippen von selbst.
Was dann folgt ist der Ausbau der Riemenscheibe mittels Schlagschrauber, gefolgt von der Wasserpumpe. Nun ist der Blick frei auf das Zahnriemengehäuse. Das kommt also auch noch weg und schon sieht man auf den Zahnriemen mitsamt den dazugehörigen Zahnrädern von Nockenwelle, Kurbelwelle und Einspritzpumpe. Manche scheuen sich ja vor dem Zahnriemen, aber das ist, im Gegensatz zum Ausbau der ESP, Spassprogramm.
Erstmal löst man die Schraube, die das Zahnrad der ESP festhält. Die hat 48 Nm also zweimal beherzt mit der Ratsche gegenklopfen und dann ist die weg. Warum ich mittlerweile schon die Drehmomente auswendig weiß ist schnell erklärt: Undankbarer Brite trifft auf ausdauernden Schwaben...
Nun muss der Zahnriemen weg. Bevor man dies allerdings tut, sollten der Motor soweit durchgedreht werden, bis alle Zahnräder in der richtigen Stellung sitzen (siehe WHB).
Nun sollte man Spezialwerkzeug XYZ zur Hand haben um das Zahnrad auszubauen. Ich kann nur empfehlen das Teil beim Allrad Kontor vorher auszuleihen, da alle anderen Versuche meist mit der Zerstörung des Zahnrades enden. Kosten dafür sind 50 Euro die man sich allerdings auch sparen kann.
Im Busch gibt’s zur Not eine nette andere Methode:
First step: Die ESP muss von ihren drei Schrauben befreit werden, die sie hinten am Zahnriemengehäuse festhalten. Dann nehme man einen Spanngurt und lege diesen durch die Speichen des Zahnrades. Der Spanngurt wird nun vorne um den Querträger gelegt. Das ganze dann satt spannen. Dann geht’s weiter mit dem Hammer. Nein, nein nicht das was ihr denkt... Nicht das eiserne Ding, sondern das Ding aus Gummi. Damit klopft man sachte auf das Zahnrad. Ein wenig Geduld und das Zahnrad springt einem entgegen. Ab hier wird es einfach, da man nun nur noch die ESP raus holen muss. So weit so gut - die ESP ist draußen....
Tipps:
  • Der Bosch-Dienst in Ulm überholt CAV Pumpen
  • Die Innereien der CAV Pumpen sind Schweineteuer sprich wenn der Rotor hinüber ist kann man sich eine neue kaufen
  • NIEMALS OEM kaufen. Die ESP ist ein Präzisionsteil und daher würde ich mir lieber eine gebrauchte originale kaufen.
  • Schlechte Nachricht: Eine neue ESP kostet ca. 2000 Euro
  • Gute Nachricht: überholte originale mit Garantie kosten 1200 Euro



Oliver Elsässer