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Slowly slowly catchee monkey....

Es gibt so einiges zu beachten, bevor man ungestüm den Motor in der Euphorie einfach wieder zusammen baut. Man muss methodisch vorgehen. Manche Dinge sind da etwas nervtötend, aber sie müssen gemacht werden da man sonst nachher nicht lange Freude an seinem Motor haben wird. Heute steht also folgendes an: Lagerschalen prüfen / einbauen, Kurbelwellenmutter festschrauben, Ölpumpe anbauen, Ölwanne anschrauben, Zylinderkopf wieder aufsetzen und festschrauben, Ventile einstellen und Feierabendbierchen.
Zuerst wurden die Lagerschalen mit Plastikgauge vermessen. Dazu legt man einen dünnen "Plastikstreifen" auf die Lagerschale und setzt die Halbschale mitsamt Lager wieder an das Pleul. Das ganze wird dann mit exakt - kein Aldidrehomentschlüssel verwenden!! - 35 Nm festgeschraubt. Dabei die Kurbelwelle auf keinen Fall drehen, da sonst das Messergebnis verfälscht wird. Dann schraubt man die Lagerschale wieder ab und schaut wie dick der Plastikgauge Streifen beim festziehen geworden ist. Bei den Messstreifen ist ein Referenzblatt dabei. Die Dicke vergleicht man mit der Referenz und schaut wie viel Lagerspiel man hat. In meinem Fall lag der Wert mit neuen Lagerschalen innerhalb der Toleranz. Also wurden alle Lager vermessen und eingebaut.
Es ging dann weiter mit dem festschrauben der Kurbellwellenmutter. Diese sollte mit 201 Nm festgezogen werden. Wie macht man das aber wenn die Kurbelwelle sich ja munter mitdreht? Ganz einfach, man legt ein Stück Hartholz zwischen die Motorblockwand und die Kurbelwelle. Dann dreht sie sich nicht mehr und man kann ganz einfach die Mutter festziehen. Soweit so gut.
Es folgt das aufrichten des Blocks. Zum Glück ist der Kran mit einem Stahlseil ausgerüstet. Damit konnte ich den 200 kg schweren Brocken dann wieder aufrichten. Die Motorblockfläche wurde mit einer Rasierklinge gesäubert. Damit vermeidet man Kratzer in der Fläche. Einmal mit Stahlwolle drüber gegangen und geprüft dass kein Dreck in die Zylinder gefallen ist und schon geht es weiter. Jetzt kann die Zylinderkopfdichtung aufgelegt werden. Dabei sollte man tunlichst darauf achten sie richtig herum aufzusetzen. Damals waren die Kopfdichtungen markiert mit einem "TOP". Das sind sie heute nicht mehr. Daher die alte Dichtung am besten nicht wegwerfen sondern genau mit der neuen vergleichen und dabei schauen, dass auch an allen relevanten Stellen wieder Öffnungen sind.
Nachdem der Kopf dann wieder aufgesetzt war, kamen die Stößelstangen wieder an ihren Platz. Beim einsetzen muss man darauf achten, dass die Stößelstangen sauber in ihren Pfannen sitzen. Mit einer kleinen Taschenlampe kann man von oben in die Stößelstangenführungen hineinschauen. Genau prüfen sonst droht ein Schaden!
Danach kam die Kipphebelwelle wieder drauf. Diese wurde auf Schäden an den Kipphebeln geprüft und für gut befunden. Also drauf damit!
Zuletzt wurden dann noch die Ventile eingestellt und eine neue Korkdichtung für den Ventildeckel eingebaut.
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