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Der Teufel steckt im Detail

Der Frühling naht und der Landy lechzt nach einer angemesseneren Motorisierung. Der Benzinmotor steht bereit und wartet darauf, dass Einsicht in die Eingeweide genommen wird. Dann wollen wir ihn nicht warten lassen! Als erstes wurde der Zylinderkopf abgenommen um einen ersten Einblick in den Motor zu erhalten. Einen ungeprüften Motor einfach so einzubauen führt zielsicher zu weiterem Ärger, denn woher weiß man schon was mit dem Motor in den zurückliegenden 30 Jahren alles angestellt wurde?
Der Zylinderkopf lies sich einfach per Kran abnehmen. Bei den Zylinderkopfschrauben ist tunlichst darauf zu achten, die Schrauben in der umgekehrten Reihenfolge wie sie eingeschraubt wurden zu lösen. Damit wird sicher gestellt, dass sich der Kopf beim Ausbau nicht verzieht. Nachdem der Zylinderkopf abgeschraubt war konnte man dann auch einen Blick in die Zylinder werfen. Die Zylinder sind in sehr gutem Zustand, was sich an den originalen Hohnspuren erkennen lässt. Es ließen sich auch keine Schleifspuren im Zylinder erkennen. Auch am oberen Totpunkt war kein Grat zu finden. Der Motor hat, wie der Vorbesitzer es gesagt hat, 64.000 km auf der Uhr. Sehr erfreulich auf alle Fälle. Das erspart mir das Bohren der Zylinder.
Der Zylinderkopf hingegen hat seine Schäden in der Zeit genommen. Erst wurde der schwere Brocken gründlichst gereinigt und danach wurde mithilfe der Ventilfederzange die Ventile ausgebaut.
Die Ventilsitzringe der Einlassventile sahen noch sehr gut aus. Die Ventile hingegen waren eingelaufen und damit schrottreif. Die Ventilsitze der Auslassventile waren auch stark in mitleidenschaft genommen. Der Kopf wurde also zum Motorinstandsetzer gebracht, welcher die Ventilsitze ausfräßen lies. Weiterhin wurden 4 neue Einlassventile verbaut. Die Auslassventile wurden gefräßt und können zum Glück weiter verwendet werden. Bei der nachlassenden Ersatzteilqualität ist jedes brauchbare Originalersatzteil tunlichst weiter zu verwenden.
Der Zylinderkopf wurde wieder vom Motorinstandsetzer abgeholt und sogleich nochmal auf Dichtigkeit getestet. Am einfachsten ist es Benzin in die Ein- und Auslasskanäle zu schütten. Danach muss man nur die Ventile beobachten. Es darf absolut kein Benzin am Ventilsitz durchrinnen. Das ganze muss 100% dicht sein. Alle Ventile waren dicht also wurden die Ventilfedern wieder eingebaut. Diese wurden vorher vermessen ob sie noch die nötige Spannkraft besitzen, was der Fall war. Originalteile also wieder verwendbar.
Weiterhin wurden neue Ventilschaftdichtungen verbaut. Die gibt es in den unterschiedlichsten Qualitätsstufen. Dabei lieber in das qualitativ höhere Regal greifen, da man diese Teile lieber eine Weile nicht mehr zu Gesicht bekommen möchte. Wer hier billig kauft, der zahlt doppelt.
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