Restauration - Ankauf der lange Weg nach Deutschland...  
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Am 03.10.2000 war es endlich soweit, wir, das heißt mein Vater und ich, fuhren in den Norden Spaniens um einen Landrover Santana zu kaufen.

Etwa 6 Wochen zuvor wurde ich im Internet auf einer Forenseite fündig: Landrover Santana der Serie III günstig und in einwandfreiem Zustand.
Mein Interesse war sofort geweckt. Allerdings wollte ich nun mehr darüber erfahren. Nachdem ich mich dann mit Josh in Spanien in Verbingung setzte, schlug dieser mit drei verschiedene Landrover vor. Allerdings war die Entscheidung schnell getroffen:
Landrover SANTANA
109' Serie III
3 Türer - war wegen des geplanten WoMo-Ausbaus wichtig
Modell Cazorla 6 Zylinder Diesel mit 95 PS,
sagenhafte 3.429l Hubraum und mit lediglich 52.000km


Und zudem war das Chassi in einwandfreiem Zustand - der Wagen soll schon eine ganze Weile nicht mehr bewegt worden sein - daher der gute Zustand.

Man muß aber dazu sagen, daß es ein beschwerlicher und auch langer Weg ist, bis man eine solche Kiste bei sich Zuhause angemeldet hat. Davon kann auch Nico eine Geschichte erzählen...

Nun aber zuerst einmal meine Geschichte:
Zuerst einmal gilt es, sich zu Überlegen was mit dem Kauf eines Landy alles auf einen zukommt. Der zweite Schritt: wie möchte ich das Auto besteuern lassen? Ich habe meinen Landy als Wohnmobil ausgebaut und habe das maximal zulässige Gesamtgewicht ausgenutzt. Eine Besteuerung nach Hubraum ist bei 3,429l sowieso nicht sonderlich ratsam.

Das nächste Problem ist, wie bekomme ich die Kiste über die Grenze? Nun, eigentlich ist ja alles Europa und somit ganz einfach - von wegen! Mein erster Gedanke war, in Deutschland eine Rote Nummer zu holen, die Nummer in Spanien an den Landy zu schrauben und ab nach Deutschland damit. Aber nach zahllosen Telefonaten erfuhr ich, dass diese Nummern nur noch in der Schweiz und in Österreich annerkannt werden - was wohl aber auch nicht ganz richtig sein soll- soll einer die Ämter verstehen... Das mit der Versicherung hat dafür komischerweise ganz problemlos funktioniert - Versicherungskarte ausfüllen und fertig.

Also schnappten wir unsere sieben Sachen und fuhren an jenem verlängerten Wochenende los. Ca. 2000km und viele Autostunden später kamen wir dann endlich an unserem Ziel an. Völlig erledigt von der Fahrt nahmen wir uns ein Zimmer und verabredeten uns mit Josh am nächsten Tag in einer Kneipe. Dort haben wir dann nochmal alles mit ihm durchgesprochen. Am nächsten Tag ging es dann zum Verkäufer - ich wollte den Landy dann doch nochmal selbst in Augenschein nehmen, bevor ich ihn kaufte. Der Landy hat mir dann von Anfang an sehr gut gefallen - von der Farbe mal abgesehen. Der technische Zustand sprach für sich und so habe ich mich dann, nach einer kleinen Probefahrt im Hof, dazu entschlossen, den Landy zu kaufen. Den Kauf habe ich bis heute nie bedauert! Auch wenn mich die Kiste bis heute dann doch den ein oder anderen Nerv gekostet haben dürfte.
Nachdem ich dann den Kaufvertrag unterschrieben hatte, haben sich mein Vater und Arabell (Die Frau von Josh) auf den Weg zum Rathaus gemacht, um die Formalitäten zu erledigen. Josh und ich haben derweil die Reifen gewechselt und das Getriebeöl in den Achskugeln nachgefüllt. Den Rest hatte der Verkäufer schon im Vorraus erledigt. Zuhause bei Josh und Arabell haben wir den Landy noch einmal durchgecheckt. Josh hat mir noch ein paar gute Tipps auf den Weg gegeben und mir noch einige Dinge über Landys erklärt. Nach diesem kleinen Besuch machten wir uns dann auf den langen Heimweg.

Der einfachste Weg wäre sicherlich gewesen, den Landy auf einen Hänger zu schnallen und ihn so nach Deutschland zu transportieren. Da wir aber weder Anhängerkupplung noch Anhänger besitzen, haben wir den Landy einfach in Spanien auf den Verkäufer zugelassen - zum Glück ging das so problemlos. In Deutschland angekommen mussten ich dann die Papiere nach Spanien zurückschicken - damit der Verkäufer den Landy in Spanien hat abmelden können. Danach habe ich die Papiere wieder aus Spanien zugeschickt bekommen - um den Landy in Deutschland wieder anmelden zu können...

Der TÜV war das nächste Problem, die hinteren Reifen und die Spurstangenköpfe mußten dann doch ausgetaucht werden. Ausserdem verlangte der TÜV eine Abdeckung für das Reserverad auf der Motorhaube. Es könnte sich ja jemand am Felgenholm verletzen, wenn ich ihn überfahre... Das aber wohl schwierigste war die Entlüftung der Bremsleitung, da der Landy beim Bremsen immer auf eine Seite zog. Die Mängel wurden aber schnell behoben und so bestand der Landy nur eine Woche später den TÜV.

Nun hatte ich alle notwendigen Papiere zusammen und so ging ich zum Landratsamt in Hechingen um den Landy anzumelden. Ach was liebe ich doch diese Ämter! Beim Ausdrucken des Fahrzeugbriefs hat der Drucker wohl das Dokument schräg eingezogen und der Fahrzeugbrief war damit nicht gültig. Was nun tun? Die Dame hinter dem Schalter war ratlos - einfach zereißen dürfen sie so ein Dokument jedenfalls nicht! Und so wurden Akten und Ordner gewälzt. 2 Stunden später waren sämtliche Mitarbeiter mit diesem Problem beschäftigt. Die Schlange hinter mir hatte sich bereits bis auf die Straße erweitert... Und dann endlich gefunden: Das Formular wurde ausgedruckt, ausgefüllt mit dem verunglückten Fahrzeugbrief zusammengeheftet und in eine Ablage gelegt - wärend der ganzen Wartezeit ging mir das Lied von Reinhard Mey "Einen Antrag auf Erteilung eines Antragformulars" nicht mehr aus dem Kopf...
2 1/2 Stunden hat es gedauert bis ich die gewünschten Papiere in den Händen hielt! Langsamer wäre es wohl kaum gegangen. Aber egal, der Landy war angemeldet und der Ärger mit der Anmeldestelle schnell vergessen.

Allerdings hielt das Glück nicht sonderlich lange, da ich mich nur einen Monat später dazu entschloß den Landy neu zu lackieren...